Meine erste Post in Japan und gute Vorsätze

Manchmal sind es nicht die großen Dinge, wie umziehen, Möbel kaufen und zusammenbasteln etc., die einem bewusst machen dass man tatsächlich an einem neuen Ort angekommen ist. Für mich war es vor ein paar Minuten als offiziell meine erste Post hier in Japan angekommen ist. Und nicht irgendein langweiliger Brief vom Amt oder eine doofe Rechnung, sondern ein geniales Brief Packet von meiner Brieffreundin JJ.

© Sakura_Fujiko

© Sakura_Fujiko

Ich weiß nicht ob ich das hier auf dem Blog schon mal erwähnt habe, aber ich habe vor einiger Zeit angefangen mit Brieffreunden zu schreiben um endlich wieder mit dem Schreiben anzufangen und neue Leute kennenzulernen. Auch wenn der letzte Teil geklappt hat und ich wirklich tolle Menschen kennengelernt habe muss ich zugeben dass ich selber keine besonders gute Brieffreundin bin. Ich freue mich jedes mal unheimlich wenn ich einen bunten Brief in meinem Briefkasten finde, nur das zurückschreiben hat meistens etwas gedauert. Und ich meine nicht „Oh je, jetzt habe ich drei Wochen gebraucht um zurück zu schreiben“ sondern eher „Oh §%“/@ ist das wirklich schon sechs Monate her?!“…

Obwohl im letzen Jahr (bzw. Jahren) Arbeitsstress und Arbeit und Stress meine stets präsenten Ausreden waren und ich einfach immer nur so müde und ohne Energie war, wünschte ich ich hätte mich mehr aufs Briefe schreiben konzentriert. Und wenn ich ehrlich bin ist es das gleiche Gefühl dass ich jetzt auch gerade habe. Der Unterschied ist (hoffentlich), dass ich mich diesmal einfach dazu zwingen werde es ordentlich zu machen. Ja, das hört sich schrecklich an, aber Fakt ist, ich mag es wirklich zu schreiben und genieße die Zeit die ich auf die Briefe verwende. Ich habe mir bisher nur einfach immer nicht erlaubt mir Zeit für mich zu nehmen weil irgendwie immer so viele andere Sachen da waren die dringend und wichtiger erschienen.

Das gleiche ist mir hier auch aufgefallen; ich scheine einfach nicht in der Lage zu sein abzuschalten und auszuruhen. Ich fühle mich so unter Druck, obwohl ich nicht mal genau sagen kann von wem oder was. Also bin ich die ganze Zeit dabei die Wohnung aufzuräumen, zu putzen und zu kochen und versuche alles perfekt zu machen und bin am Ende einfach nur total erschöpft und kann nicht mal mehr Abends die kurze Zeit die ich mit meinem Mann habe, genießen. Aber damit ist jetzt Schluss!! … na ja, bis auf das Putzen, das sollte ich schon weiter machen und das kochen, und…

Da mein Visum immer noch nicht angekommen ist (ja, ich fange an mir Sorgen zu machen, auch wenn ich nichts tun kann um den Prozess zu beschleunigen) darf ich auch offiziell noch nicht arbeiten. Was ich jedem der es hören wollte oder nicht, als eine super Sache verkauft habe, da es mir Gelegenheit gibt um 1. zu entspannen und 2. darüber nachzudenken was ich wirklich mit meinem Leben machen will. Wie oft hat man schon diese Gelegenheit?

Wie sich herausstellt bin ich aber einfach nicht gut darin mich mit mir selber zu beschäftigen und einfach mal entspannt nichts zu machen (ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben oder sich zu stressen). Aber in den letzten Tagen merke ich dass ich ruhiger werde und sich auch meine Laune deutlich bessert (mein Mann stimmt mir da zu), daher denke ich ich bin auf einem guten Weg. Ich weiß dass es einige Dinge gibt die ich schon immer mal machen wollte, also ist jetzt die Zeit um wirklich Pläne zu machen!

Habe ich meinen simplen „Ich habe Post“ Beitrag gerade in einen selbstmotivations gute Vorsätze Post verwandelt? Scheint mir fast so 😉

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