Das Zairyu Karten Glücksspiel – bekomme ich auch das Geb.?

Im letzten September habe ich einen Artikel auf der Webseite der Japan Times mit dem Titel „Mind the ‘geb’: Little word is a big problem for Japan’s German residents“ gelesen. Bis dahin hatte ich keine Ahnung welche Probleme eine Änderung im japanischen Einwanderungsgesetz für in Japan lebende Deutsche versursacht hat. Diese Änderungen beinhalten nämlich die Vorgabe dass der komplette Name, so wie er im Pass aufgeführt ist, übernommen werden muss. Leider gibt es einen fundamentalen Design Fehler im Deutschen Pass, denn dort steht für verheiratete Frauen im Namensfeld :

Aktueller Vorname Geb. alter Familienname

Für euch sicherlich klar, steht geb. für „geborene“ als Indikation des Mädchennamens. Für die japanischen Behörden ist dies jedoch nicht ersichtlich, daher bestehen sie auf dem komplett aufgeführten Namen, inklusive Geb. und Mädchenname. Das hat für einige zu allerhand Problemen geführt, zum Beispiel wenn man versucht mit seiner deutschen Kreditkarte zu zahlen und die Zairyu Karte als Identifikationsnachweis nutzen möchte. Da die Namen nicht übereinstimmen (einmal ohne Geb. und einmal mit) wird der Nachweis abgelehnt.

Wenn ihr mehr darüber lesen möchtet kann ich euch die Blogposts von Nagarazoku und Ginkgoleafs empfehlen.

Es gibt auch eine Facebook Gruppe und eine Petition zur Änderung des aktuellen Designs des deutschen Reisepasses. Wie sich herausgestellt hat ist es auch nach der EU nicht ausreichend dass nur das „Geb.“ als Indikator für den Mädchennamen dient und dass das Design geändert werden muss.  Wer das deutsche Behördensystem kennt, der weiß auch, dass Änderungen oft nicht nur schwierig sind, sondern auch Zeit kosten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich auch nur die Beschreibung des Namensfeldes ändern und nicht das Geb. wegfallen. Damit wäre also immer noch nicht sicher ob das den japanischen Behörden reicht.

Da ich von dem Problem wusste, konnte ich mich seelisch schon darauf vorbereiten und mir Gedanken machen ob ich im Fall der Fälle den Namen in Deutschland ändern lassen kann, etc.

Gestern war es dann soweit und wir sind zum Einwanderungsbüro in Yonohonmatchi gefahren um mein „Certificate of Eligibility“ (das ich letzte Woche endlich bekommen habe) in die Zairyu Karte umzuwechseln. Wie immer war es unheimlich voll und wir haben insgesamt ca. 4 Stunden dort verbracht, hauptsächlich wartend. Als ich dann endlich die Karte in Händen hielt war ich so von dem Foto abgelenkt (was ich kurz vorher nochmal neu machen musste weil ich natürlich die bereits vorhandenen zwei Sets zu Hause gelassen hatte…) das ich gar nicht darauf geachtet habe, bis mein Mann mich darauf hingewiesen hat.

Ich bin tatsächlich ohne das Geb. davongekommen (^_^) Ich brauche mir also keine Gedanken machen ob es mit meinem Namen Probleme geben könnte wenn ihr hier ein Bankkonto eröffnen will oder ähnliches.

Wahrscheinlich eigentlich keine große Sache, aber für jemanden der sich ständig um alles und jeden Gedanken macht ist es gut wenn sich Sorgen nicht bestätigen. Vielleicht lerne ich auch irgendwann mir erst Sorgen zu machen wenn ich tatsächlich einen akuten Grund dazu habe 😉

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