Zurück auf die Straße und mein neuer Mitbewohner

Nachdem ich mein Visum in der letzten Woche bekommen habe, wollten wir alle anderen Behördengänge auch möglichst schnell erledigen und sind zum Rathaus gegangen um meinen Wohnsitz anzumelden. Auf der Zairyu Karte selber ist vorne keine Adresse aufgedruckt, aber auf der Rückseite ist ausreichend Platz, wo die Adresse handschriftlich von einem Beamten ausgefüllt wird.

Glücklicherweise war es recht leer, weshalb wir direkt an einen offenen Schalter gebeten wurden. Das Ausfüllen des Antrags war auch kein Problem, man kann das auch auf Englisch machen und braucht keine Angst vor ungenügenden Kanji Schreibfähigkeiten zu haben. Die einzige Hürde kam als ich ausgefüllt habe dass ich verheiratet bin und mein Mann ebenfalls seine Daten eingetragen hatte.

Wir wurden nach unserer Heiratsurkunde gefragt, die wir aber dummerweise zu Hause hatten liegen lassen. Die anschließende Unterhaltung ging in etwa so:

Mein Mann: Meine Frau ist Mitglied meiner Familienversicherung, vielleicht können wir
Beamtin: Lassen sie mich das kurz überprüfen (Nimmt unsere beiden Versichertenkarten und geht nach hinten um sich mit einem Kollegen zu besprechen und kommt wieder zurück) Es tut mir leid, aber auf der Karte steht nur „Familie“, nach allem was wir wissen könnte sie auch ihre Tochter oder kleine Schwester sein.
Mein Mann und ich gucken uns verwirrt an.
Mein Mann: Aber sie ist älter als ich. (Etwa neun Monate)
Beamtin: Es gibt auch ältere Schwestern. Es kann ja jeder einfach sagen dass jemand seine Frau ist…

An dem Punkt weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Ich meine, sie sitzt genau vor uns!
Na ja, da es nichts gebracht hätte weiter zu diskutieren ist mein Mann jetzt also jemand mit dem ich „zusammenlebend“ bin, auch wenn die Beamtin uns versichert hat, dass das ganz leicht zu ändern ist wenn wir die Heiratsurkunde vorbeibringen. Übersetzt versteht sich.

Auf die Frage wie die Übersetzung denn auszusehen hat, also ob es eine offizielle Übersetzung von der Botschaft sein muss, meinte sie dann plötzlich ganz locker das es reicht eine Kopie zu machen und einfach selber daneben zu schreiben was was ist… Sie machen sich Gedanken dass jeder einfach behaupten könnte er sei verheiratet (auch wenn ich nicht weiß was man dadurch für Vorteile hätte) aber hat kein Problem mit selbstübersetzten offiziellen Dokumenten als Bestätigung.

Natürlich werden wir das machen und es ist auch eigentlich völlig egal ob man uns im Rathaus für verheiratet hält oer nicht, es war einfach nur eine sehr seltsame Unterhaltung. Besonderns nachdem wir zurück zu Hause nochmal darüber nachgedacht haben und uns klar geworden ist, dass in eine Familienversicherung nur Kinder und Ehepartner aufgenommen werden. Es ist überhaupt nicht möglich Geschwister oder andere Familienmitglieder aufzunehmen…

Wie dem auch sei, zumindest konnten wir einen weiteren Haken auf unserer Liste machen und gestern war ich dann auf bei der JAF (Japan Automobile Federation) um meinen Führerschein übersetzen zu lassen. Die Übersetzung ist eines der notwendigen Dokumente wenn man seinen Führerschein in einen japanischen umschreiben lassen will. Sie hat aber auch noch einen anderen Vorteil. Da ich einen deutschen Führerschein habe kann ich mit dem und der Übersetzung in der Tasche auch so ein Jahr lang in Japan Auto fahren.

Auch wenn ich bis jetzt noch keine Erfahrung mit Linksverkehr habe, denke ich dass wir das dieses Wochenende mal ausprobieren werden 🙂 Ich liebe Autofahren und freue mich schon drauf endlich mal wieder auf der Straße zu sein.

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