Taiwan Abenteuer – Verzaubert in Jiufen

Unter der heißen Sonne haben wir es beim Drachenboot Festival nicht lange ausgehalten und waren froh im klimatisierten Bus zurück zu sitzen. Über die Kreuzung von der Haltestelle des Shuttle-Bus haben wir dann gleich wieder auf den nächsten Bus gewartet um die anderthalb stündige Reise nach Jiufen anzutreten.

Man sagt dass Hayao Miyazaki dort für seinen Film Chihiros Reise ins Zauberland inspiriert worden ist. In der Anfangsszene ist Chihiro mit ihren Eltern auf dem Weg in eine neue Stadt und als sie sich verfahren gelangen sie durch einen Tunnel in eine scheinbar verlassene Stadt. Hungrig von der Fahrt stürzen sich die Eltern auf das mysteriöserweise bereitstehende Essen in einem Restaurant während Chihiro durch die gewundenen Gassen streift. Genau diese schmalen Gassen findet man in der kleinen Bergstadt Jiufen.

Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach. Der klapprige Bus der uns mit vielen anderen an der Bushaltestelle aufgelesen hat war nämlich leider nicht mit einer funktionierenden Klimaanlage ausgerüstet… Bei drückender Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit wirklich kein Spaß und innerhalb kürzester Zeit waren wir klitschnass.

Asiaten scheinen allerdings auf ihre ganz eigenen Weise mit Hitze umzugehen, denn keine zehn Minuten nach Abfahrt war der komplette Bus, bis auf den Busfahrer und mich, eingeschlafen… wobei ich mir nicht einmal sicher bin ob sie wirklich geschlafen haben oder nur ohnmächtig waren durch die mangelnde Luftzufuhr…

Auf halber Strecke ist der Busfahrer dann an der Reisefirma angehalten und wir konnten zum Glück in einen (halbwegs) klimatisierten Bus wechseln. Wenn einem nicht so unglaublich heiß ist dann kann man auch die Abgründe entlang des Weges viel besser würdigen.

Allerdings hat der An- und vor allem der Ausblick in Jiufen uns für die recht anstrengende Anfahrt entschädigt. Taiwan war von 1895 bis 1945 unter japanischer Besatzung und auch heute noch findet man starke japanische Einflüsse im Land. Dadurch haben viele Orte einen ganz eigenen Charakter als eine Mischung von japanischen und chinesischen Einflüssen, wie z.B. Jiufen.

Die engen Gassen mit den unzähligen Treppen, sind gesäumt von hunderten kleinen Läden, die hauptsächlich eines im Angebot haben: Unmengen von Essen. Ob man hungrig gekommen ist oder nicht, es geht einem ähnlich wie den Eltern von Chihiro und man kann sich kaum zurückhalten von allem etwas zu probieren. Wolltet ihr schon immer mal wissen wie diese seltsamen halb durchsichtigen Blobs schmecken die Chihiros Vater isst? Dann solltet ihr die durchsichtigen Jiufen Jinzhi Fleisch Knödel probieren, die als Inspiration dem Bild im Film sehr nah kommen.

Chihiros Reise ins Zauberland Jiufen (53)

Durch das viele Essen wird der Gang durch die Gassen auch für die Nase ein Erlebnis. Folgt man nur dem Geruch wird man von einem zum nächsten kleinen Restaurant und Essensstand gezogen. Wer sich nicht mit chinesischem Essen auskennt wird vermutlich dass ein oder andere Mal einfach stehen bleiben müssen, um herauszufinden wonach es eigentlich gerade riecht (und ob es genauso gut schmeckt).

Wer die Gassen in einem relativ menschenleeren Zustand fotografieren will um der Inspiration für die Geisterstadt möglichst nahe zu kommen, sollte das Wochenende vermeiden. An Wochenenden und Feiertagen sind die engen Straßen und steilen Treppen so überfüllt dass man von der Masse mitgezogen wird. Die Wege sind so gewunden und verschlungen dass man stundenlang umherlaufen kann und dabei immer Neues entdeckt. Doch mit Abstand das beeindruckendste ist die Aussicht vom Berg, über die kleine Stadt und das Meer. Bei Dämmerung und am Abend im Besonderen.

Neben den vielen Laternen die die Wege säumen, sagt man dass das große Teehaus in Jiufen unter anderem als Inspiration für das Badehaus gedient hat, in dem Chihiro anfängt zu arbeiten. Direkt daneben findet man einen kleinen schmalen Tunnel der zu einem anderen Teil der Stadt führt. Am Abend, wenn alle Laternen leuchten und man zufällig seinen Weg durch diesen Tunnel findet, hat die Ansicht auf der anderen Seite tatsächlich etwas magisches. Auch hier kann man eine Parallele zwischen Anime und tatsächlichem Leben finden, denn auch im Anime gelangt Chihiro mit ihren Eltern durch einen düsteren Tunnel in die Geisterstadt.

Wer eine Reise nach Taiwan plant, der sollte Jiufen mit auf seine To-Do-Liste setzen. Mit dem Bus ist die kleine Stadt leicht zu erreichen, auch wenn die Fahrt dorthin, entlang der Abhänge in den Bergen, recht abenteuerlich ist. Da die Laternen erst im Dunkeln richtig zur Geltung kommen, bietet sich ein Besuch am Nachmittag in den Abend hinein an und der Ausblick über die Bucht bei Sonnenuntergang ist einfach nur schön.

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