Freitags-Favoriten #2

Diese Woche geht es um das Logo für die Olympischen Spiele 2020, Meinungsverschiedenheiten und das Leben in Japan.

EDIT: Natürlich ist das Erbeben in Kumamoto die Hauptnachricht in dieser Woche, aber ich fand es nicht passend sie hier in die Liste zu integrieren und habe stattdessen einen eigenen Post dazu geschrieben.

In der letzten Woche war eines der heißen Themen – wieder einmal – das Logo für die Olympischen Spiele 2020 in Japan. Letztes Jahr im Juli, kurz nachdem das offizielle Logo enthüllt worden war, wurde auf allen Kanälen über die Plagiatsvorwürfe berichtet. Das Logo ähnelte dem eines belgischen Theaters zu sehr und letzten Endes wurde unter dem Druck der Öffentlichkeit und der drohenden Klage, das Logo aufgegeben. Ich erinnere mich noch gut daran, wie all die Poster und Plakate wieder entfernt werden mussten, die gleichzeitig mit der Veröffentlichung überall erschienen waren.

©The Tokyo Organising Committee of the Olympic and Paralympic Games.

Nachdem man sich also doch gegen das Logo entschieden hatte, wurde ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben. Vorher hatten nur die Designer einen Vorschlag einreichen dürfen, die eine bestimmte Auszeichnung bekommen hatten. Das Komitee der Olympischen Spiele hat nun die vier Finalisten bekannt gegeben, jeweils mit Logo für die Olympischen und die Paraolympischen Spiele. Auf einer Webseite kann man jetzt für seinen Favoriten abstimmen, indem man ankreuzen kann, ob das Design die folgenden sieben Punkten zeigt: Die Kraft des Sports, Japanisch-keit und Tokio-keit (das ist selbst im Englischen seltsam), Weltfrieden, Persönliche Bestleistung und Äußerster Einsatz, Sinn von Einigkeit und Einschluss, Fortschrittlichkeit und Zukunftsorientiertheit, Wiederaufbau und die Kraft aufzusteigen.

Aber das ist noch nicht das Ende der Probleme, wie ihr im ersten Eintrag der Freitags-Favoriten lesen könnt:

Artikel/Blog Posts

  • Tokyo 2020 logo contenders face criticism from designers – Nach der Vorstellung der letzten vier Kandidaten für das Olympia Logo haben sich einige Designer kritisch geäußert, da ihrer Meinung nach die Design-Qualität äußerst schlecht, bzw. niedrig ist und das Logo nicht zum Ausdruck bringt, was hinter dem Event steht. Insgesamt scheinen die Olympischen Spiele nach dem Schlamassel mit dem Logo und dem Design des Olympiastadions unter keinem guten Stern zu stehen.
  • Japan wants ‚Chinese-only‘ zones at tourist attractions to limit bad behavior – Die Beziehung zwischen Japan und China war noch nie besonders gut und Berichte über Chinesische Touristen die sich daneben benehmen findet man in letzter Zeit auch immer öfter. Ein schwieriges Thema bei dem definitiv die Meinungen auseinander gehen und öfter noch aneinander geraten. Aber warum geht es eigentlich? Chinesische Touristen sind auf Kirschblütenbäume geklettert und haben Zweige abgerissen für ihre Hanami Fotos. Aufnahmen davon wurden im Japanischen Fernsehen gezeigt und die entrüsteten Medien fordern abgetrennte Zonen bei Touristenattraktionen nur für Chinesen, damit andere nicht belästigt werden. Versteht mit nicht falsch, ich finde so ein Verhalten auch absolut daneben und will das auf keinen Fall gutheißen. Aber könnt ihr euch vorstellen was passieren würde, wenn Deutschland Spezial-Zonen für bestimme Menschengruppen einführen würde? Ich glaube wir alle wissen was die Reaktionen wären…
    Das Problem an der Sache, dass China riesig ist. Keiner meiner chinesischen Verwandten oder Freunde verhält sich so und sie selbst denken auch, dass das Verhalten vollkommen daneben ist. Es ist einfach traurig, dass Menschen heutzutage so schnell bereit sind ganze Volksgruppen zu verurteilen und diese Meinung lautstark und mit möglichst bildreichen Worten zum Ausdruck zu bringen.
  • In einem Café in Tokyo kannst du Igel knuddeln. – Ein Igel-Café hat in Roppongi eröffnet und die Leute stehen Schlange um mit den niedlichen Tieren zu spielen. Warum es dazu Meinungsverschiedenheiten gibt? Auch wenn der erste Impulsgedanke war „Wie süß, da will ich hin“, ist mir doch bewusst, dass man Tiercafés in Tokio auch kritisch sehen muss. Jedes Mal wenn ich über ein Tiercafé in Tokio/Japan lese, dann finde ich auch immer die Kommentare, die sich darüber beschweren, wie grausam es ist die Tiere so zu halten anstatt in ihrem natürlichen Lebensraum. Und da ich dem eigentlich auch zustimme, bin ich also hin und her gerissen, weil es trotz allem verlockend ist die Möglichkeit zu haben mit einem so niedlichen Tier zu kuscheln. Und Tokio hat wirklich viele Tiercafés. Sei es mit Hasen, Katzen, Schlangen, Eulen oder sogar Pinguinen
    Falls ihr einen Blick ins Café werfen wollt, schaut euch Visiting a Hedgehog Cafe in Tokyo von Abroadin Japan an.
Gesundheit Desu von Mary Cagle

Gesundheit Desu von Mary Cagle

Fotos/Comics

  • Gesundheit Desu – Der „Let’s speak English“ web comic von Mary Cagle ist wirklich interessant. Auch wenn ich selber keine Erfahrungen als Englisch-Lehrer habe, kann ich die Teile über das Leben in Japan doch sehr gut nachempfinden. Mir ging es auch schon wie ihr in diesem Comic. Es kommt mir einfach so unhöflich vor nicht „Gesundheit“ zu sagen. Man kommt sich seltsam vor, wenn man sich selber dazu zwingt nichts zu sagen, weil man den Gegenüber nicht verwirren will, oder ihn/sie vielleicht sogar dadurch beschämen würde. (Danke an jilidachristiansen für den tollen Tipp!)–>
  • Rehe, Rehe, Rehe – In den letzten Wochen habt ihr wahrscheinlich eine Menge Hanami Bilder gesehen – vielleicht sogar zu viel. Aber trotz all den Hanami Fotos fand ich die von travel67 trotzdem unglaublich interessant, der einen ungewöhnlichen Anblick eingefangen hat. Ihr habt es schon erraten, es geht um Rehe.
  • penji_no_hiroba – Ein Instagram Account den ich kürzlich entdeckt habe. Es werden dort nur kurze Videos gepostet, wie jemand Kanji schreibt und irgendwie ist das erstaunlich faszinierend. Da er bereits über 24.000 Follower hat, bin ich wohl auch nicht die Einzige die das denkt. Vielleicht aber auch nur für jemand der Japanisch lernt/gelernt hat? Was meint ihr?

Videos

  • How we know we’ve been in Japan too long – Ein Video von Rachel und Sharla, zwei YouTubern, die ich mir regelmäßig anschaue. Im Video geht es um die Art wie sie sich verändert haben, seit sie in Japan leben. Sehr interessant für alle die in Japan leben oder Freunde/Verwandte haben, die in Japan leben/gelebt haben. Ich selber habe auch die meisten Dinge schon bei mir bemerkt…
  • A week in the life of a Tokyo salary man (unten ansehen) – Das erste Video, das ich von Stu gesehen habe, hat kurz nach seiner Veröffentlichung im letzten Jahr unglaublich viele Views bekommen. Das kurze Video ist eine Zusammenfassung einer seiner Arbeitswochen (während einer sehr geschäftigen Zeit), in der er unglaubliche 78 Stunden arbeitet. Falls ihr Stu noch nicht kennt, dann seht euch ein paar seiner Videos seines Channels“Where’s Stu“ an.

Habt ihr diese Woche interessante Artikel/Fotos/Videos gefunden?

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2 Gedanken zu “Freitags-Favoriten #2

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