Iwasaki Takezou und die japanischen Lebensmittelmuster

Jeder, der schon einmal in Japan war, kennt diese verblüffend echt aussehenden Plastik- oder Wachsmuster, die man vor Restaurants in den Scheiben sieht.

Nicht nur für Touristen sind sie eine große Hilfe, da sie auch ohne Japanischkenntnisse zeigen, was es in dem jeweiligen Restaurant zu essen gibt.

Lebensmittelmuster sehen oft so gut aus, dass man fast hineinbeißen möchte. Sie regen zum Essen an, lassen einen mit Vorfreude auf sein Essen warten und sind ein fester Bestandteil der japanischen Esskultur. Da verwundert es nicht, dass das heutige Google Logo Iwasaki Takezou, den Vater der Lebensmittelmuster, an seinem 121 Geburtstag ehrt.

Google.co.jp

Google.co.jp 12.09.2016

Es ist nicht ganz klar, wo die Lebensmittelmuster ihren Ursprung haben, aber Iwasaki Takezou war der Erste, der sie industriell herstellte und dessen Firma bis heute einen Großteil der in Japan genutzten Muster verkauft. 1931 sah Iwasaki zum ersten Mal ein aus Wachs gefertigtes Muster und erinnerte sich daran, wie er als Kind oft aus weichem Wachs Blumen geformt hatte. Es gab nur wenige Sorten von Mustern und sie wurden kaum verkauft, also beschloss er eine Firma zu gründen, die die Muster herstellt und an Restaurants verleiht.

Schon ein Jahr später war seine Vorstellung mit einer Firma in Osaka Wirklichkeit geworden. Während des Kriegs wurde die Ausstellung von Lebensmittelmustern komplett verboten, weshalb die Fabrik nun aus der Not heraus Opfergaben für Gräber herstellte. Erst 1950 konnte die Produktion wieder aufgenommen werden und ihren endgültigen Siegeszug antreten. Heute dominiert Iwasaki Co., Ltd. nicht nur einen Großteil des Marktes, sondern bietet auch Führungen in ihrem Werk an, bei denen man selber einmal die Herstellung von Mustern ausprobieren kann. (Etwas, das ich auch unbedingt einmal machen möchte.)

Auch wenn jeder sicherlich die Muster kennt und oft in den Schaufenstern bewundert, wusste ich zumindest bis heute noch nicht, wer Iwasaki Takezou ist, bzw. war. Manchmal findet man bei Google eben Dinge, von denen man gar nicht wusste, das man sie gesucht hat …

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